Borner Kulturstrat erweitert

Kulturstrat in Born auf dem DarßDer Kultur- und Traditionsort Born auf dem Darß legt großen Wert auf seine Geschichte und möchte sie für die junge Generation bewahrt wissen. Daher erzählen seit Frühjahr 2009 die ersten Tafeln auf schönen alten Buhnenpfählen die Geschichte von Borner Häusern und ihren Bewohnern. So entsteht im Laufe der Zeit eine Kulturstrat, die durch das Dorf führt und Fußgänger wie Radfahrer einlädt, anzuhalten und Wissenswertes über Darßer Traditionen zu erfahren. So berichtet eine der Tafeln, warum das Gebäude der Feuerwehr mit Bibliothek und Ausstellung den Namen Borner Hof trägt, eine andere, dass der Weiße Hirsch früher einmal Pension und Kolonialwarenladen war und einer der ersten Besitzer aus dem Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch kam — daher der Name für das Haus. Die wechselvolle Geschichte des Walfischhauses oder Bilder der alten Schule...  Geschichten gibt es viele und die Borner sind sich sicher, dass sich ihre Gäste genauso dafür interessieren werden.

Vor der "Alten Bäckerei" und auf dem Gänsemarkt erinnern nun Stelen an Leben und Wirken der ehemaligen Bewohner. An der Ecke Chausseestraße/Pumpeneck wurde ebenfalls ein alter Buhnenpfahl aufgestellt. Eine Tafel berichtet von der großen öffentlichen Pumpe, die auf dem Kuhlenbruch stand und der Straße ihren Namen gab. An der Chausseestraße/Ecke Grüner Winkel erinnert eine Tafel auf einem alten Buhnenpfahl an die großen Wasserprobleme auf dem Kuhlenbruch. Erst 1973 bekam dieser Teil Borns Anschluss an die örtliche Hauptwasserleitung. Eine weitere Tafel befindet sich im Rosengang vor dem Geburtshaus von Kapitän Johann Heinrich Ferdinand Parow, der 1834 dort das Licht der Welt erblickte. Parow fuhr zur See, erlitt 1865 vor Südafrika Schiffbruch und wurde dort sesshaft. Heute trägt ein Vorort von Kapstadt seinen Namen. 

Ende 2017 hat Born seine Kulturstrat erweitert. Eine Stele befasst sich mit der Errichtung des Borner Friedhofs um 1870. Sie steht zwischen der Kirche und dem Friedhof. Eine zweite Stele steht am Bodenhafen Südstraße (zw. Michaelis/Wolff). Sie hat die Wadenfischerei zum Thema, welche typisch war für die Dörfer Born und Wieck. Dass Künstler sich nicht nur an der Ostsee aufhielten, sondern ihre Motive auch am Bodden suchten, muss nicht mehr erwähnt werden. Ein Künstler war Siegfried Korth, der in den 1960er Jahren viel in Born malte. Ihm ist eine Stele gewidmet, die sich auf dem Kuhlenbruch am Hause Roepke befindet.

Zwei neue Stelen sind Ende 2018 hinzugekommen: Eine Stele stellt die ehemalige Schmiede von John Bülow vor. Sie steht in der Chausseestraße 93 zwischen Hafen und Darßer Sommertheater. Die zweite neue Stele steht in der Südstraße 32 vor dem "Haus Frohsinn". Als im Herbst 1956 die DEFA den Film "Die Hexen von Salem" am Weststrand drehte, übernachteten die Hauptdarsteller Simone Signoret, Mylène Demongeot, Yves Montand sowie Regisseur Raymond Rouleau hier im Haus von Emmi Thaden. 

Momentan finden Sie die Stelen an folgenden Punkten:

  1. Gänsemarkt
  2. Alte Bäckerei: Im Moor 7
  3. Borner Hof: Schulstraße 9
  4. Alte Schule: Schulstraße 2
  5. Walfischhaus: Chausseestraße 74
  6. Peterssons Hof: Im Moor/Bäckergang 12b
  7. Kriegerdenkmal: Chausseestraße/Kirchweg
  8. Weißer Hirsch: Chausseestraße 28
  9. Wasserqualität: Pumpeneck/Chausseestraße
  10. Grüner Winkel/Chausseestraße
  11. Kapitän Parow: Rosengang 1
  12. Friedhof: Kirchweg
  13. Wadenfischerei: Gemeindehafen/Südstraße
  14. Siegfried Korth: Chausseestraße 9
  15. Die Hexen von Salem: Südstraße 32
  16. Schmiede John Bülow: Chausseestraße 93
  17. Robert Gessner: Gänsemarkt 5
  18. Horst Zickelbein: Chausseestraße 62
  19. Hans von Petersson: Südstraße 35
  20. Peter Keler: Südstraße 1

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