Traditionelles Tonnenabschlagen
Auf der Ostseehalbinsel Darß gibt es jährlich Tonnenabschlagen in Born, Wieck und Prerow. Wie diese schöne Tradition entstanden ist, weiß man nicht genau. In der Schwedenzeit sollen die ungeliebten Herren aus dem Norden Fässer voller Heringe (eingelegt in Salzlake) als Kontribution gefordert haben. Als die Schwedenzeit (1648-1815) vorbei war, hängten die Fischer und Bauern ein Heringsfass auf und zerschlugen es mit Knüppeln. In einer anderen Version steckte man Katzen als Symbol des Bösen in das Fass. Es ist auch möglich, dass dieses als eine Art Ritterspiele für Arme zur Tradition wurde. Egal, wie dieser Brauch auch entstanden sein mag, es erfreuen sich in mehreren Orten tausende Gäste und natürlich die Akteure selbst am Zerschlagen des Heringsfasses.
Die Tonnenbundbrüder (zunehmend auch Schwestern) haben die Aufgabe, zu Pferd im Galopp mit einem schweren Hartholzknüppel (ein Schlag pro Vorbeiritt), das Fass zu zerschlagen. Dabei werden folgende Würdenträger ermittelt: Sandkönig wird, wer zuerst vom Pferd fällt. Bodenkönig, wer den Fassboden „entfernt”, und Tonnenkönig, wer den letzten Holzsplitter vom Haken holt. In einigen Orten wird auch ein Stäbenkönig gekürt, der das letzte gewölbte Seitenbrett des Fasses entfernt.
Das traditionelle Tonnenabschlagen findet in Wieck immer am 4. Sonntag im Juni, in Prerow am letzten Sonntag im Juli und in Born am 1. Sonntag im August statt:
- Wieck auf dem Darß: 26. Juni 2011
- Ostseebad Prerow auf dem Darß: 31. Juli 2011
- Born auf dem Darß: 7. August 2011
Ein ganz besonderes Tonnenabschlagen und dazu ein großer Winterspaß ist das Fastnachtstonnenabschlagen auf der Festwiese in Born auf dem Darß.



























